«The Shape of Water» – verdienter Oscar-Favorit oder grosser Verlierer?

Ich mochte Guillermo del Toro noch nie wirklich. Jetzt mag ich ihn ein bisschen. Aber nur ein bisschen.

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Bewertung: 8/10
Kurz: Ein modernes Märchen mit einem Hauch «Amélie» – für Kinder aber überhaupt nicht geeignet.
Kinostart: 15. Februar 2018

Elisa (Sally Hawkins) ist alleinstehend, stumm und arbeitet als Reinigungskraft in einem Forschungszentrum. Dort wird eines Tages eine Kreatur zur Erforschung angeliefert: Halb Mensch, halb Amphibie. Beim Reinigen des Labors trifft Elis erstmals auf das Mischwesen – und scheint sofort eine Verbindung zu ihm zu haben. Elisa beschliesst, es zu retten: Es beginnt ein Wettlauf zwischen ihr und Richard Strickland (Michael Shannon), der seitens des Militärs für das Wesen die Verantwortung trägt.

Wer hat ein Recht auf Leben?

Ich war anfangs sehr skeptisch gegenüber dem Film, der Trailer hat mich schlicht nicht mitgerissen, die Geschichte eher irritiert. Und: Ich war noch nie wirklich begeistert von Guillermo del Toro, der hier Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hat. Ich verstehe meist schlicht einfach nicht – vielleicht auch eher meine Schuld als seine. Weiterlesen „«The Shape of Water» – verdienter Oscar-Favorit oder grosser Verlierer?“

Phantom Thread / Am seidenen Faden: Ein Oscar-Film mit Schweiz-Bezug!

Der letzte Film mit Daniel Day-Lewis wurde zum Teil in der Schweiz gedreht – und ist mit sechs Nominierungen im Oscar-Rennen.

Bewertung: 7/10
Kurz: Ein ruhig gedrehtes Porträt über einen Modedesigner. Ein Film, an dem es nur wenig zu kritisieren gibt – und trotzdem wenig hängen bleibt.
Kinostart: 1. Februar 2018

Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis) und seine Schwester Cyril (Lesley Manville) betreiben in London gemeinsam ein Modehaus. Reynolds entwirft edle Roben für die englische High Society, während Cyril die Fäden im Hintergrund zusammenhält und ihren Bruder vor jeglicher Ablenkung zu beschützen versucht. Sogar die Trennungen von seinen Freundinnen übernimmt sie – natürlich mit seinem Einverständnis – damit er nicht in seinem kreativen Schaffen abgelenkt wird.

Erst die junge Alma (Vicky Krieps) scheint zu verstehen, Weiterlesen „Phantom Thread / Am seidenen Faden: Ein Oscar-Film mit Schweiz-Bezug!“

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri – Filmkritik

Er galt lange als grosser Oscar-Favorit – durchaus zurecht. Nur schon das Schauspiel-Ensemble ist beeindruckend. In der Geschichte aber hat der Film ein paar wenige Schwächen.

Bewertung: 8/10
Kurz: Ein Film mit Überraschungen, Tiefgang und herausragenden Schauspielern, der teilweise den Fokus etwas verliert.
Kinostart: 25. Januar 2018

Sieben Monate ist es her, seit Mildred Hayes‘ Tochter vergewaltigt und ermordet wurde. Und schon seit Monaten hat die verzweifelte Mutter (Frances McDormand) nichts mehr von der Polizei gehört, vom Täter oder den Tätern fehlt weiterhin jede Spur. In ihrer Wut mietet Mildred drei grosse Werbeplakate an einer kleinen Nebenstrasse und lässt Plakate anbringen, auf denen die Polizei – vor allem Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) – gefragt wird, wieso noch immer niemand verhaftet wurde.

Mit diesen drei Werbetafeln bringt Mildred die Kleinstadt in Aufruhr – es beginnt ein Kleinkrieg zwischen der fluchenden Mutter und den teils rassistischen Polizeibeamten, in den auch verschiedene Nebenfiguren involviert sind.

Ein Hauch von Kritik

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The Square: Wenn sich ein Film selber einholt

The Square ist eine bissige Satire, in der die Gesellschaft und die Kunstszene kräftig auf die Schippe genommen wird. Dabei könnten sich die Filmschaffenden selber durchaus auch ein Stück ihrer Botschaft zu Herzen nehmen.

Bewertung: 6/10
Kurz: Ein Film zum Lachen und Nachdenken. Wenn ich ihn denn verstanden habe.
Kinostart: 26. Oktober 2017

92 Länder haben einen Film für die Kategorie «Bester fremdsprachiger Film» bei den Oscars eingereicht, wie die Acadamy Anfang Oktober mitteilte. Welche Filme dabei an vorderster Front um den Oscar mitmischen werden, wird sich erst in den nächsten Monaten herauskristallisieren. Schon jetzt sicher ist aber: The Square wird eine Hauptrolle spielen. Weiterlesen „The Square: Wenn sich ein Film selber einholt“

Lion – Filmkritik

Oscar-Kandidat Lion zeigt die Suche eines Adoptierten nach seinen Wurzeln auf eindrückliche Weise. Ein absolut sehenswerter Film und empfehlenswert für alle, die sich ihrer Tränen im Kino nicht schämen.

Bewertung: 9/10
Kurz: Ein Film zum Heulen. Und das ist gut so.
Kinostart: 16. Februar 2017

Während sein Bruder zur Arbeit muss, schläft der 5-jährige Saroo auf der Suche nach etwas Essbarem in einem abgestellten Zug ein. Und erwacht erst wieder, als der Zug bereits in voller Fahrt Richtung Kalkutta ist. Wie kommt Saroo wieder zurück zu seiner Familie, ohne dass er seinen Familiennamen oder den genauen Wohnort kennt? Nach einigen Wochen auf der Strasse der Millionenstadt landet er in einem Waisenhaus, wird später von einem australischen Ehepaar adoptiert. 20 Jahre später möchte er endlich wissen, was aus seiner indischen Familie geworden ist.

Keine Spannung, keine Langeweile

Lion ist die Verfilmung des Romans «A long way home» und beruht auf einer wahren Begebenheit. Das macht ihn nicht wirklich leichter erträglich. Zwar wird dem Film in manchen Kritiken vorgeworfen, ein bisschen zu extrem auf die Tränendrüsen der Zuschauer zu zielen. Aber was soll man machen, wenn die Geschichte nun mal so war? Weiterlesen „Lion – Filmkritik“

Elle – Filmkritik

Verspricht der Trailer einen Thriller, möchte ich auch einen Thriller sehen. Nicht der einzige Schwachpunkt bei Elle.

Bewertung: 3/10
Kurz: Zu viele Nebengeschichte und eine insgesamt unstimmige Story. Und vor allem ein irreführender Trailer.
Kinostart: 9. Februar 2017

Michèle ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, leitet ihr eigenes Videogame-Unternehmen und steht mit beiden Beinen im Leben. Bis sie in ihrem Haus von einem Unbekannten angegriffen und vergewaltigt wird.

Soweit die angegebene Geschichte – und auch das, was der Trailer eigentlich verspricht. Und da beginnt das Problem dieses Films: Der Trailer suggeriert eine Story, die es in diesem Film so nicht gibt.

Paul Verhoevens typische Sex-Gewalt-Szenen machen längst keinen Thriller aus

Ich persönlich hatte nach diesem Trailer einen spannenden Thriller erwartet – und bekam irgendeine Mischung von Drama, Krimi, Komödie… was weiss ich. Auf jeden Fall nicht den Thriller, der mir hier versprochen wurde. Und auch sonst geht der Film für mich leider nicht ganz auf.

Paul Verhoeven – auch bekannt als Regisseur von beispielsweise Basic Instinct – hat sich hier irgendwo verloren. Zwar kommen auch bei Elle die für Verhoeven typischen, teilweise verstörenden Sex-Gewalt-Szenen vor Gleichzeitig versucht er aber eine Komik reinzubringen, die aus meiner Sicht schlicht nicht funktioniert. Und viel zu viele Nebengeschichten, die es nicht bräuchte. Und nicht spannend sind. Aber vielleicht liegts ja auch an mir.

Oscar-Chancen Isabelle Huppert

Ja, die lange Liste von Elle gewonnener Preise spricht eine andere Sprache als meine Kritik. Bei den Critics Choice und Golden Globes als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde Elle lange Zeit auch als Oscar-Kandidat in dieser Kategorie gehandelt, erhielt jedoch nicht einmal eine Nominierung.

Sogar für einen möglichen Oscar-Gewinn im Gespräch ist aber Isabelle Huppert. Und was soll ich sagen: Das wäre für mich eine herbe Enttäuschung.

Isabelle Huppert versteht es zwar wunderbar, die manipulative und gleichzeitig verletzliche Michèle mit minimalistischem Schauspiel darzustellen. Und trotzdem hat es Szenen, in denen ihr das Gesicht fast entgleisen. Da wäre eine Nominierung für Amy Adams verständlicher gewesen als ihre. Und würde Isabelle Huppert bei den Oscars dann noch Emma Stone oder Natalie Portman vorgezogen… für mich unverständlich.

La La Land – Filmkritik

La La Land: Wer das Träumen im Leben noch nicht verlernt hat, ein bisschen Liebe nicht scheut und sich für 128 Minuten verzaubern lassen möchte, ist hier richtig.

Bewertung: 10/10
Kurz: Zurücklehnen, geniessen, träumen
Kinostart: 12. Januar 2017

Mia und Sebastian treffen im Stau in Los Angeles erstmals aufeinander. Und laufen sich anschliessend zufällig mehrmals über den Weg. Bald merken sie, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie zuerst dachten. Mia verfolgt den Traum, Schauspielerin zu werden. Erfolglos. Und Pianist Sebastian möchte einen eigenen Jazz Club eröffnen, mit richtigem Jazz. Erfolglos. Zusammen träumen sie, kämpfen sie, unterstützen sich, verlieben sich… Weiterlesen „La La Land – Filmkritik“