3 Oscars-Nominierungen für die Schweiz! Die Übersicht

Die diesjährig Nominierten für den Oscar sind bekannt – und die Schweiz ist gleich mehrfach vertreten. Zwar konnte man sich im Vorfeld bereits einige Hoffnungen machen, aber so schwarz auf weiss bestätigt siehts dann doch nochmals besser aus.

«Ma Vie de Courgette» – Bester Animationsfilm

War es einfach ein geschickter Schachzug der Schweiz? Wie auch immer. Eigentlich hatte die Schweiz «Ma Vie de Courgette» als besten fremdsprachigen Film ins Rennen geschickt. Das hat dem Animationsfilm wohl zu zusätzlicher Aufmerksamkeit verholfen. Dies, und die zahlreichen Preise, die der Film von Claude Barras bereits abräumen konnte. Nun ist «Ma Vie de Courgette» zwar nicht als bester fremdsprachiger Film nominiert, dafür als bester Animationsfilm. Damit ist «My Life as a Zucchini» der erste Schweizer Film, der in dieser Kategorie berücksichtigt wurde.

«La Femme et le TGV»

Zwar waren bis zum Schluss nur noch neun Kurzfilme auf der Shortlist für die Nominierungen – und gleich zwei davon Schweizer Kurzfilme. Trotzdem wurde hier nur zaghaft auf eine Schweizer Nominierung gewettet. Zu Unrecht, wie sich nun zeigt. Bei «La Femme et le TGV» (arbel gmbh) von Timo von Gunten geht es um die einsame Elise Lafontaine (gespielt von Jane Birkin), die seit 40 Jahren den an ihrem Haus vorbeifahrenden TGV-Zügen zuwinkt. Über einen Brief erfährt sie, dass sich ein Lokführer jeden Morgen über ihr Winken freut. Die beiden fangen an, sich Briefe zu schreiben – bis wegen eines Fahrplanwechsels keine TGVs mehr an ihrem Haus vorbeikommen.

«I Am Not Your Negro»

OK, «I Am Not Your Negro» ist zwar nur eine Schweizer Co-Produktion, mit Close Up Films aus Genf als Mitproduzent. Aber wir nehmen das mal als 3. Schweizer Nominierung! Der Dokumentarfilm zeigt Hintergründe zur Rassengeschichte der USA basierend auf den Erinnerungen von James Baldwin zu den Bürgerrechtlern Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King, Jr.

Oscars-Nominierungen – live

Die Oscars-Nominierungen mit Schweizer Kandidaten im Live Stream direkt aus Hollywood.

Am Dienstag, 24. Januar ist es soweit: Punkt 14.18 Uhr verkündet die «Academy of Motion Picture Arts and Sciences» in Los Angeles die Nominierungen für die diesjährigen Oscars. Die Spannung steigt: Holt «La La Land» die erwartet hohe Zahl an Nominierungen? Wer könnte dem grossen Favoriten gefährlich werden? Und besonders wichtig für die Schweiz: Wie viele Nominierungen schaffen wir dieses Jahr?

Die Schweiz bei den Oscars

Grosse Hoffnungen auf eine Nominierung kann sich «Ma vie de Courgette» machen. Der Schweizer Animationsfilm wird sogar gleich in zwei Kategorien als möglicher Kandidat gehandelt: Bei den Animationsfilmen sowie den fremdsprachigen Filmen. Bei vielen Prognosen ist «Ma vie de Courgette» als Wackel-Kandidat angegeben. So sieht ihn Indiwire.com beispielsweise knapp nicht unter den besten fünf Animationsfilmen, AwardCircuit.com hingegen schon. In der Kategorie der nicht englisch-sprachigen Filmen wiederum sagt Indiwire.com eine Nominierung voraus, nicht aber Variety.com.

Daneben sind auch zwei Schweizer Kurzfilme weiterhin im Rennen: «Bon Voyage» und «La Femme et le TGV» finden sich auf der Shortlist der letzten 10 Kandidaten, fünf davon werden nominiert. Geht man nach den Prognosen, wird es knapp für eine Nominierung. Aber wer weiss: Die Kurzfilm-Kategorien sind immer schwierig vorauszusagen.

Live Stream Oscars Nominierungen

Gleich mehrere neue Academy-Mitglieder werden die Academy-Präsidentin Cheryl Boone am Dienstag bei der Ankündigung unterstützen, wie im Vorfeld mitgeteilt wurde. So sind unter anderem Jennifer Hudson, Brie Larson, Emmanuel Lubezki, Jason Reitman und Ken Watanabe mit auf der Bühne.

Hier gibts die Oscars-Nominierungen live zu sehen:

La La Land – Filmkritik

La La Land: Wer das Träumen im Leben noch nicht verlernt hat, ein bisschen Liebe nicht scheut und sich für 128 Minuten verzaubern lassen möchte, ist hier richtig.

Bewertung: 10/10
Kurz: Zurücklehnen, geniessen, träumen
Kinostart: 12. Januar 2017

Mia und Sebastian treffen im Stau in Los Angeles erstmals aufeinander. Und laufen sich anschliessend zufällig mehrmals über den Weg. Bald merken sie, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie zuerst dachten. Mia verfolgt den Traum, Schauspielerin zu werden. Erfolglos. Und Pianist Sebastian möchte einen eigenen Jazz Club eröffnen, mit richtigem Jazz. Erfolglos. Zusammen träumen sie, kämpfen sie, unterstützen sich, verlieben sich… Weiterlesen „La La Land – Filmkritik“

«La La Land» holt sieben Golden Globes – ein sicherer Oscar-Gewinner?

So viele wie noch nie: An den Golden Globes räumte der Musicalfilm «La La Land» gleich sieben Trophäen ab. Bisher standen «Einer flog über das Kuckucksnest» (1976) und «Midnight Express» (1979) mit jeweils sechs Gewinnen an der Spitze. Eine fast 40 Jahre andauernder Rekord also, der hier übertroffen wurde.

In diesen Kategorien wurde «La La Land» ausgezeichnet:

  • Bester Film – Komödie/Musical
  • Beste Regie
  • Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical (Ryan Gosling)
  • Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical (Emma Stone)
  • Bestes Drehbuch
  • Beste Filmmusik
  • Bester Filmsong («City of Stars»)

Bedeutet dieser Rekord, dass hier auch gleich der grosse Oscar-Gewinner dieses Jahres feststeht? Ganz so klar ist das dann doch nicht. Die Golden Globes sind zwar der zweitwichtigste Filmpreis nach den Oscars. Als Vorbote des zwei Monate später stattfindenden grossen Bruders fungieren sie aber keineswegs. Weiterlesen „«La La Land» holt sieben Golden Globes – ein sicherer Oscar-Gewinner?“

Nocturnal Animals – Filmkritik

Bewertung: 9/10
Kurz: Optisch (fast) ein Meisterwerk. Und trotzdem hält die Geschichte mit.
Kinostart: 22. Dezember 2016

Bei der Galeristin Susan Morrow läuft das Leben aktuell nicht so, wie sie sich das vorstellt – wobei sie fast alles hat, was sie sich vor einigen Jahren gewünscht hatte. Damals, als ihre erste Ehe scheiterte und sie in die Arme des zweiten Ehemannes flüchtete, sich mit ihm ein erfolgreiches Leben mit Geld, schönem Haus und vielen Freunden aufbaute. Die Kunst, mit der sie arbeitet, scheint ihr aber nicht mehr wirkliche Erfüllung zu geben, ihr Ehemann arbeitet zu viel, das Geld macht nur mässig glücklich. Da erreicht sie ein Manuskript ihres ersten Ehemannes: Nocturnal Animals – ihr gewidmet. Weiterlesen „Nocturnal Animals – Filmkritik“

Rogue One: A Star Wars Story – Filmkritik

Bewertung: 7/10
Kurz: Ein durchaus sehenswerter Film, mit guter Story, überzeugenden Visual Effects aber schlechten Schauspielern.
Kinostart: 15. Dezember 2016

Rogue One gehört eigentlich nicht direkt zur bisher siebenteiligen Star Wars-Serie. Vielmehr ist es der erste von mehreren geplanten Anthology-Filmen, also ein Ableger-Film, bei dem eine Star Wars-Figur und ihre Geschichte im Vordergrund steht. Hier ist es Galen Erso (Mads Mikkelsen). Beziehungsweise seine Tochter Jyn Erso (Felicity Jones), die mit einer Gruppe von Rebellen versucht, die Baupläne des Todessternes zu stehlen.

Nicht-Kenner der Star Wars-Filme haben bis hier vielleicht schon abgehängt. Hoffentlich nicht. Denn auch ich würde mich nicht als Star Wars-Fan bezeichnen. Ich habe zwar vor einem Jahr mal alle Filme durchgeschaut, was OK war. Die vielen Handlungsstränge und Personen verwirren mich aber weiterhin. Kein Problem bei Rogue One. Zwar versteht man wohl den einen oder anderen Zusammenhang nur mit ein bisschen Hintergrundwissen. Der Film macht aber auch ohne diese Zusammenhänge Spass – dann einfach als loser Science-Fiction-/Action-Film. Weiterlesen „Rogue One: A Star Wars Story – Filmkritik“

Arrival – Filmkritik

Bewertung: 8/10
Kurz: Was bringt die Zukunft? Arrival geht dieser Frage für einmal aus einer anderen Perspektive nach und regt zum Nachdenken an – auch Nicht-Science-Fiction-Fans.
Kinostart: 8. Dezember 2016

12 Raumschiffe landen gleichzeitig an verschiedenen Orten der Welt – was aber wollen die Ausserirdischen von den Menschen? Ist es eine Kriegserklärung? Ein wohlgesinnter Besuch? Ein Grundszenario, wie es schon in vielen Science-Fiction-Filmen aufgebaut wurde. Das ist dann aber auch schon fast alles, was Arrival mit den typischen Science-Fiction-Filmen gemein hat. Bei Arrival gibt es nur wenige Explosionen, es werden keine Städte zerstört und es rennen keine schreienden Menschen umher. Regisseur Denise Villeneuve wählt basieren auf der Kurzgeschichte Story of Your Life eine andere Perspektive. Weiterlesen „Arrival – Filmkritik“