Elle – Filmkritik

Verspricht der Trailer einen Thriller, möchte ich auch einen Thriller sehen. Nicht der einzige Schwachpunkt bei Elle.

Bewertung: 3/10
Kurz: Zu viele Nebengeschichte und eine insgesamt unstimmige Story. Und vor allem ein irreführender Trailer.
Kinostart: 9. Februar 2017

Michèle ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, leitet ihr eigenes Videogame-Unternehmen und steht mit beiden Beinen im Leben. Bis sie in ihrem Haus von einem Unbekannten angegriffen und vergewaltigt wird.

Soweit die angegebene Geschichte – und auch das, was der Trailer eigentlich verspricht. Und da beginnt das Problem dieses Films: Der Trailer suggeriert eine Story, die es in diesem Film so nicht gibt.

Paul Verhoevens typische Sex-Gewalt-Szenen machen längst keinen Thriller aus

Ich persönlich hatte nach diesem Trailer einen spannenden Thriller erwartet – und bekam irgendeine Mischung von Drama, Krimi, Komödie… was weiss ich. Auf jeden Fall nicht den Thriller, der mir hier versprochen wurde. Und auch sonst geht der Film für mich leider nicht ganz auf.

Paul Verhoeven – auch bekannt als Regisseur von beispielsweise Basic Instinct – hat sich hier irgendwo verloren. Zwar kommen auch bei Elle die für Verhoeven typischen, teilweise verstörenden Sex-Gewalt-Szenen vor Gleichzeitig versucht er aber eine Komik reinzubringen, die aus meiner Sicht schlicht nicht funktioniert. Und viel zu viele Nebengeschichten, die es nicht bräuchte. Und nicht spannend sind. Aber vielleicht liegts ja auch an mir.

Oscar-Chancen Isabelle Huppert

Ja, die lange Liste von Elle gewonnener Preise spricht eine andere Sprache als meine Kritik. Bei den Critics Choice und Golden Globes als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde Elle lange Zeit auch als Oscar-Kandidat in dieser Kategorie gehandelt, erhielt jedoch nicht einmal eine Nominierung.

Sogar für einen möglichen Oscar-Gewinn im Gespräch ist aber Isabelle Huppert. Und was soll ich sagen: Das wäre für mich eine herbe Enttäuschung.

Isabelle Huppert versteht es zwar wunderbar, die manipulative und gleichzeitig verletzliche Michèle mit minimalistischem Schauspiel darzustellen. Und trotzdem hat es Szenen, in denen ihr das Gesicht fast entgleisen. Da wäre eine Nominierung für Amy Adams verständlicher gewesen als ihre. Und würde Isabelle Huppert bei den Oscars dann noch Emma Stone oder Natalie Portman vorgezogen… für mich unverständlich.